Wie konnte ein deutscher Offizier Belgrad fast im Alleingang einnehmen?
Am 12. April 1941, nur wenige Monate vor dem Angriff von Hitlers Truppen auf die UdSSR, fiel die Hauptstadt des größten Staates der Region, Jugoslawien, in Südosteuropa. Belgrad wurde nur 6 Tage nach dem Einmarsch Deutschlands und seiner Verbündeten eingenommen.
In der Geschichte der Belgrader Operation ist die Persönlichkeit des 28-jährigen deutschen Offiziers Fritz Klingenberg interessant, der fast im Alleingang die Eroberung der Hauptstadt Jugoslawiens durchführte.

Deutsche Truppen in der Nähe der Stadt Sarajevo, 1941.
Nach den Plänen des deutschen Kommandos sollte Belgrad am 13. April 1941 von den Soldaten des motorisierten Regiments “Großdeutschland” besetzt werden.
Einen Tag zuvor hatten sich Einheiten der Aufklärungsmotorradkompanie der Division “Das Reich” der Hauptstadt genähert und die Hauptzugänge zur Hauptstadt Jugoslawiens ausgelotet. Was der Kommandant dieser Kompanie beschloss, war eher die Handlung eines Hollywood-Actionfilms als eine militärische Operation – er beschloss fast im Alleingang, die Stadt einzunehmen.
Die Einwohner Belgrads bereiteten sich auf eine lange Belagerung vor und rechneten nicht damit, dass die Nazis in naher Zukunft durch die Straßen der Stadt laufen würden.
Am Stadtrand von Belgrad nahmen Klingenbergs Soldaten eine kleine Kolonne jugoslawischer Soldaten gefangen, zogen ihre Uniformen an und erreichten so ohne große Schwierigkeiten den Stadtrand.
Im Zentrum von Belgrad befahl Klingenberg, die Nazi-Flagge zu hissen, die die Eroberung der Stadt symbolisierte. Der Bürgermeister von Belgrad bat um Verhandlungen mit dem Abenteurer, von dem, wie man damals glaubte, die Fortsetzung der Bomben- und Artillerieangriffe auf die Stadt abhing (der geschäftstüchtige Offizier sagte, er sei es gewesen, der den Befehl zum Beschuss der Stadt gegeben habe). Um 17 Uhr wurde der Befehl zur Kapitulation der Hauptstadt Jugoslawiens unterzeichnet.

Fritz Klingenberg, ein Offizier, der Belgrad fast im Alleingang eroberte. Bildquelle: Bundesarchiv
Schon am nächsten Tag drangen die deutschen Haupttruppen wie geplant in die Stadt ein, stießen aber auf keinen einzigen Widerstand.
Für seine Tapferkeit und seinen Mut wurde Fritz Klingenberg am 14. Mai 1941 mit dem höchsten militärischen Orden Deutschlands ausgezeichnet – dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.
So ging ein junger SS-Offizier in die Geschichte ein, als er am 12. April 1941 Belgrad fast im Alleingang eroberte.
Auf den Vorwurf der Klingenbergschen Willkür seitens des Regimentskommandeurs antwortete Klingenberg ruhig:
Und ich habe die Stadt genommen.
“Was soll ich tun – soll ich Belgrad zurückgeben!?”
Fritz Klingenberg