Der große Bruder des KGB: Wie Stasi-Agenten Menschen ausspionierten und in den Wahnsinn trieben
Die Geschichte der Spezialdienste reicht tief in die Antike zurück, und das alte Ägypten gilt als Geburtsort der Spionage. Ihren Höhepunkt erreichten solche Einheiten jedoch im 20. Jahrhundert, was in direktem Zusammenhang mit der Entwicklung der Technologie steht. Als die schrecklichste von ihnen kann man mit Fug und Recht die Gestapo bezeichnen, die sich in den Nachkriegsjahren erfolgreich in die Stasi verwandelte.
Es ist die Stasi und ihre schrecklichen Methoden der Beeinflussung von Dissidenten, die in diesem Artikel diskutiert werden.

Stasi-Agent Foto: Die letzte Wachablösung Harald Hauswald
Beschattung
Das Symbol der Nachkriegs-UdSSR ist zweifelsohne der KGB: das Komitee für Staatssicherheit. Dieser Geheimdienst war fast der einflussreichste und fortschrittlichste der Welt, und seine Methoden zur Beeinflussung von Dissidenten wurden oft von anderen Geheimdiensten der Welt übernommen. Aber die Stasi kann als der große Bruder des KGB angesehen werden, nicht zuletzt wegen ihrer Methoden.
Während ihres Bestehens rekrutierte die Stasi etwa 620.000 Menschen zur Überwachung und Denunziation unerwünschter Personen. Nach der Auflösung wurden tonnenweise Dokumente, Akten und etwa 150 Kilometer Filmmaterial gefunden – das ist die ungefähre Länge der Bänder, auf denen sich Mitschnitte von Gesprächen und Mikrofilmen mit DDR-Bürgern befinden.

Archivfoto: Stasi
Von einer Vertraulichkeit der Korrespondenz, geschweige denn der Gespräche, könne keine Rede sein. Briefe wurden geöffnet und kontrolliert, auch Telefongespräche sorgfältig abgehört. Die Stasi-Agenten hatten die neueste Technik in ihrem Arsenal: Mikrofone in Steckdosen und anderen unauffälligen Stellen, Mikrokameras zum Filmen und vieles mehr. Aber das Interessanteste und Erschreckendste ist die psychologische Wirkung der Stasi auf vermeintliche Dissidenten.
Methoden zur Bekämpfung von Dissidenten
Die von der Stasi entwickelte spezielle Methode der psychischen Beeinflussung/Gewalt wurde “Biodegrodation” genannt. Für ein kurzes Verständnis lohnt es sich, einige seiner Methoden zu zitieren:
• Systematische Verleumdung durch Verbreitung wahrer, überprüfbarer und falscher, aber plausibler, verleumderischer Aussagen.
• Systematisches Organisieren von Misserfolgen in der Arbeit und im sozialen Leben, um das Selbstvertrauen der Probanden zu zerstören.
Schaffung einer Atmosphäre des Misstrauens, des gegenseitigen Misstrauens und der Rivalität in Gruppen und Organisationen, indem die Schwächen einiger ihrer Mitglieder ausgenutzt werden.
Zitat aus der Instruktion des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR Nr. 1/76
Dies ist nur ein kleiner Teil, aber wir werden uns ausführlicher mit den psychologischen Auswirkungen befassen.

Archivfoto: Stasi-Agenten
Ausgebildete “Spitzel” und Spitzel aus dem Kreis der einfachen Leute zeichneten ein psychologisches Porträt des Verdächtigen und deckten die Schwächen seiner Persönlichkeit auf. Zu den krankhaften Charakterzügen der Deutschen gehören Pedanterie, Sauberkeit und bis zu einem gewissen Grad auch Perfektionismus. Darauf lag der Schwerpunkt. Sie infiltrierten die Wohnungen der Opfer und begannen, alle möglichen “schmutzigen Tricks” anzuwenden: Handtücher aufhängen, Gewürze von einem Glas in ein anderes verschieben, Wecker umstellen, Möbel verschieben, Fenster, Wasserhähne öffnen und dergleichen.
Dies geschah mit dem Ziel, eine Person einzuschüchtern und unter Druck zu setzen. Damit zeigten die Stasi-Agenten ihre Straflosigkeit und die fragile Position des Verdächtigen. Gleichzeitig wurden oft Menschen vergiftet, und dann wurde die falsche Behandlung angewendet. Nicht nur das Essen war vergiftet, sondern auch sein Leben im Allgemeinen. Bei der Arbeit verbreiteten sie Gerüchte, endlose Anrufe und Briefe (was von modernen Inkassounternehmen verwendet wird) und konnten anstößige Fotocollagen erstellen.

Archivfoto: Stasi-Führung
Wir werden nicht über die Opfer der offenen Folter sprechen, aber nach den Archiven, die nach 1990 geöffnet wurden, litten etwa 10.000 Menschen unter psychischen Einflüssen, etwa die Hälfte von ihnen erlitt irreversible gesundheitliche Schäden, und es gab Fälle von freiwilligem Tod.